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Erbimmobilie – Werte und Bindungen

Erbimmobilie - Werte und Bindungen

Erbimmobilie – Familie, Werte und emotionale Bindungen

Bei der Erbimmobilie geht es um Werte und familiäre Bindungen sowie häufig auch um Konfliktlösungen rund um die Immobilie innerhalb der Familie.

Eine Immobilie bildet in vielen Fällen den Mittelpunkt einer Familie. Das Haus ist das Heim, in dem die Familie lebt und auch später noch zusammen kommt. Es wird gebaut oder gekauft, um der Familie ein Zuhause zu geben. In vielen Fällen auch um Werte zu erschaffen, zu bewahren und weiterzugeben. Besonders bei der Kriegs- und Nachkriegsgeneration ist dies die verbreitete Motivaton: erschaffen, erbauen und aufbauen, bewahren, weitergeben.

Die Eltern und Großeltern haben sich nicht selten ganz schön krumm gelegt, um die Immobilie zu finanzieren und zu erhalten. Das Eigenheim steht in vielen Fällen für das Lebensziel schlechthin. Häufig wird auf vieles im Leben verzichtet, nur um das Haus möglichst schnell abzubezahlen. Da weiß man schließlich, was man hat.

Die Steine verkörpern einen Wert, geben Sicherheit und Halt, symbolisieren das Ergebnis eines fleißigen, arbeitsamen, häufig entbehrungsreichen Lebens. Der Gedanke, den Kindern etwas zu hinterlassen, hat diese Generation, die von Überlebenskampf und mangel- und leidvollen Erfahrungen geprägt ist, geleitet und motiviert.

Kein Wunder also, dass unsere Eltern und Großeltern so an dem hängen, was sie mühevoll aufgebaut und erschaffen haben. Sie haben in die Erbimmobilie nicht nur ihr ganzes Geld, sondern auch ihre Intentionen, Erfahrungen und Emotionen eingebracht. Hier sind die Kinder groß geworden. Das Haus ist gefüllt mit Erlebnissen und Erinnerungen (mindestens) eines ganzen Lebens. Sich davon zu lösen, ist meist nicht leicht.

Erbimmobilie – und nun..?

Zu mir kommen dann die Kinder und Angehörigen, die (zukünftigen) Erben, die vor der Entscheidung stehen, was mit der geerbten Immobilie zu tun ist. Auf der einen Seite gilt es die Wünsche und emotionalen Bindungen der Eltern zu berücksichtigen und zu respektieren. In der Regel wünschen sich diese, dass die Kinder das Haus bewohnen und wiederum an ihre Kinder vererben. Ein Verkauf ist für sie meist nur schwer vorstellbar oder schlichtweg unerwünscht. Häufig sehen die Vorstellungen der Kinder, wo und wie sie ihr Leben verbringen, jedoch anders aus, auch wenn eigene emotionale Bindungen und Erinnerungen mit dem Haus verknüpft sind. Die Erbimmobilien sind in der Regel renovierungs- oder sanierungsbedürftig oder in einer Wohngegend, die für sie eigentlich nicht in Frage kommt. Was also tun? Die Immobilie steht einerseits für vermittelte Werte und Traditionen, mit denen man aufgewachsen ist – für Familie, Zusammenhalt, Sicherheit, Respekt etc. Andererseits müssen auch rationale Aspekte bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Vor allem aber geht es um die Vereinbarkeit mit den eigenen Lebenszielen und Wünschen.

Wie gelingt es, in diesem Spannungsfeld eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden

ohne dabei den Familienfrieden zu gefährden oder sich aus Pflichtgefühl gegen die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu entscheiden? Diese Situation ist besonders schwierig, wenn die Eltern noch leben, jedoch aus Altersgründen ausziehen müssen – oft nicht ganz frei willig, aber aus gesundheitlichen bzw. altersbedingten Gründen notwendig. Hinzu kommen in solchen Fällen meist noch Überlegungen, wie die Kosten der Heimunterbringung oder evt. zukünftigen Pflege zu tragen und mit dem gleichzeitigen Erhalt der Immobilie zu vereinbaren sind. Denn hier fallen in der Regel nach dem Auszug erst einmal nicht unerhebliche Investitionskosten in Form von notwendigen Instandsetzungs- oder Sanierungsarbeiten an, um das Haus in einen Zustand zu versetzen, indem es entweder für die Eigennutzung oder aber für eine Vermietung in Betracht kommt.

Aber auch wenn der Erblasser bereits verstorben ist, tun sich viele Angehörige mit dieser Entscheidung rund um die Erbimmobilie schwer.

Eine systemische Immobilienberatung kann hier bei der Entscheidungsfindung helfen, indem neben den sachlichen Aspekten – wie baulicher Zustand, Investitionskosten, erforderliche Instandsetzungsmaßnahmen, Einschätzung des Marktpreises und der Verkaufs- oder Vermietungsaussichten – auch die emotionalen Aspekte berücksichtigt und bearbeitet werden.

Häufig gibt es unbewusste Aspekte und ungeklärte Themen, die durch die Situation mit der Erbimmobilie sichtbar werden. Konfliktlösung und Mediation im Rahmen eines Immobiliencoachings  kann hier innerhalb der Familie wertvolle Hilfestellung bieten.

Mit Empathie und Einfühlungsvermögen begleite ich Sie als systemischer Coach und Immobilienberaterin durch diesen Prozess. Ich helfe Ihnen, diese Situation ganzheitlich mit allen Aspekten zu beleuchten, um so zu einem tragbaren und umsetzbaren Lösungsweg zu kommen.

Auf Wunsch gehe ich diesen mit Ihnen dann auch gemeinsam. Mit meinen Netzwerkpartnern aus den Bereichen Bausachverständigen, Handwerkern, Rechtsanwälten, Notaren und Finanzberatern kann ich Ihnen bei Bedarf eine umfassende Betreuung anbieten.

3 Gedanken zu „Erbimmobilie – Werte und Bindungen

  1. Teile vollkommen die Meinung! Die emotionale Bindung ist wohl das Wichtigste, was wir in dieser Welt haben. Die Unterstützung kann also sowohl geistig als auch finanziell sein. Wenn es der Fall einer Gemeinschaft beim Erben geht, so haben wir dies durch den Verkauf einfach gelöst, damit sich jeder das Nützliche für den Verkaufspreis leisten könnte. Das mit Erlebnissen und Erinnerungen gefüllte Haus lebt doch in unserem Herzen vor allem, für immer.

  2. Für uns alle ist die geerbte Hütte vor allen Erinnerung geblieben, denn die Eltern sind ja schon nicht mit uns. Während wir zusammenkommen, läuft das Gespräch nur über das Erlebte, die Vergangenheit. Da die Hütte in der Gemeinschaft geerbt wurde, fällt uns schwer, die Verwaltung rechtzeitig zu leisten, wodurch eigentlich die Streitereien entstehen. Es soll doch einen Ausweg aus der Situation gefunden werden. Das Spannungsfeld wird ja manchmal einfach unerträglich.

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